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Haltungsbericht Malachitstachelleguan


Hier möchten wir unsere Malachit-Stachelleguane (Sceloporus malachiticus) mit einer kleinen Beschreibung vorstellen.

Beschreibung:

Malachitstachelleguane sind tagaktive Echsen, bei denen vor allem die Männchen ein sehr farbenfrohes Schuppenkleid aufweisen. Sie sind auch für den Namen verantwortlich. Bei ihnen sind die spitz zulaufenden Schuppen an Kopf und Oberkörper malchit- bis smaragdgrün gefärbt. Der Körper meines Männchens stahlt sogar in gelber Farbe. Der Schwanz ist türkisblau. Die Unterseite sowie die Kehlfahne der Männchen zeigt sich in einem schönen blau, das besonders bei Imponierverhalten und der Paarung gezeigt wird. Um den Hals haben sie ein schwarzes Halsband, das an der Oberseite durch ein paar Schuppen unterbrochen ist.
 
Die Weibchen dagegen sind einfacher gefärbt. Sie zeigen sich meist in einem Grau- bis Braunton, gesprenkelt mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken. Manche Individuen können jedoch auch einen gewissen Grünanteil in Ihrem Schuppenkleid haben. Ihre Unterseite ist hellbraun.
 
Zudem sind Malachitstachelleguane in der Lage, sich je nach Temperatur dunkler zu verfärben. Dies ist meist morgens zu beobachten. Die Tiere ermöglichen es sich somit, in den frühen Morgenstunden mehr Wärme aufzunehmen.
 
Herkunft:
 
Malachitstachelleguane sind von Guatemala über El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica bis nach Panama verbreitet.
 
Dort bewohnt Sceloporus malachiticus Kiefer- und Nebelwälder auf einer Höhe von 600-3800 m über NN. Vorwiegend leben sie auf Bäumen, man findet sie aber auch als Kulturfolger auf Zaunpfählen und Hausdächern.
 
Terrarium:
 
Bei mir lebt ein Pärchen in einem Terrarium mit den Maßen 80x50x100 (LxBxH). Köhler (2002) und Zawadski (2004) geben als Mindestgröße für ein Terrarium für S. malachiticus 80x50x70 an. Dies sollte meiner Meinung nach auch nicht unterschritten werden, da die Tiere sehr aktiv sind und sich v.a. gern in höheren Bereichen des Terrariums aufhalten.
 
Eingerichtet ist das Terrarium mit einer Felsrückwand, die Seitenwände sind mit Korkplatten bekletterbar gemacht. Zudem vergrößern viele Lianen und eine Wurzel die nutzbare Fläche des Terrariums. Bepflanzt ist es mit einem Farn, einer Bromelie und zwei Efeututen (Scindapsus), die in den hinteren Ecken angebracht sind. Diese werden gern als Versteck- und Schlafplatz aufgesucht und vermitteln den Tieren die nötige Sicherheit.
 
Als Bodengrund verwende ich ein Rindenmulch-Laubwaldbodengemisch. Die Laubwalderde impft den Bodengrund mit vielen wertvollen Kleinstlebewesen und Bakterien, die für ein gesundes Klima im Terrarium sorgen und mit Hilfe der Weißen Asseln und Schwarzkäfer (Zophobas) Kot- und Häutungsreste, sowie abgestorbene Blätter, verwerten.
 
Ein Teil des Bodens ist ca. 8 cm hoch mit Sand aufgeschüttet, da sich die Tiere hin und wieder gerne in den Bodengrund eingraben.
 
Nachdem unser Weibchen am 24.10.2006 Jungtiere zur Welt gebracht hat, konnten wir beobachten, dass sie sich zwei Tage später im Sand eingrub. Sie blieb anfangs sogar mehrere Tage eingegraben. Seit dem können wir regelmäßig beobachten, dass sie nachts im Sand schläft. Zudem haben wir sie mit einem weiteren Weibchen vergesellschaftet. Dieses gräbt sich fast jede Nacht im Sand ein.
Unser Nachzuchtmännchen hat dies in den letzten zwei Jahren erst einmal gemacht. Er blieb dafür aber gleich mehrere Tage komplett vergraben.
 
Es scheint also individuelle Unterschiede zu geben, was dieses Verhalten betrifft. Es zeigt aber, dass ein Sandteil auf jeden Fall vorhanden sein sollte, um ihnen diese Möglichkeit zu geben.
 
Der Sandteil ist mit zwei großen Steinplatten abedeckt, damit der Sand bei der täglichen Beregnung nicht zu nass wird. Unser Männchen nutzt dies gerne ab und zu als Versteck.
 
Technik:
 
Beleuchtet wird mittels eines 2x24 Watt T5-Doppelleuchtbalkens als Grundbeleuchtung und einem Spotstrahler, dessen Wattzahl je nach Jahreszeit variiert (ca. 20 Watt mittels Dimmer bis 60 Watt). Zur UV-Versorgung verwend ich im Winter eine Ultravitalux, die pro Tag etwa 30 Minuten per Hand angeschlaten wird. Es muss darauf geachtet werden, dass die Tiere einen Mindestabstand von etwa mind. 50 cm zu der Lampe haben. Im Sommer ersetze ich die Ultravitalux aufgrund ihrer enormen Hitzeentwicklung durch eine 24 Watt UV-Kompaktlampe. Diese muss allerdings den ganzen Tag an sein, da sie nicht so viel UV abgibt, wie die Ultravitalux.
 
Zur Aufrechterhaltung der notwenigen Luftfeuchtigkeit ist in meinem Terrarium eine automatische Beregnungsanlage installiert, welche zeitgesteuert zweimal täglich für je zwei Minuten beregnet und damit eine Wassermenge von ca. 400 ml pro Tag im Terrarium verteilt.
 
Mit alledem erreiche ich tagsüber ein Temperaturgefälle von 23-29°C, unter dem Spotstrahler eine Temperatur von etwa 40-45°C, und eine Luftfeuchtigkeit von 50-70%. Nachts benötigen die Tiere eine starke Temperaturabsenkung auf optimalerweise 15-18°C. Die Luftfeuchtigkeit steigt dabei auf 80-95%.
 
Schaltplan:
 
09:00 Uhr: Spotstrahler ein
09:55 Uhr: Beregnung 2-3 min
10:00 Uhr: T5 ein
11:30 Uhr: UV-Kompaktlampe ein (Sommer)
17:00 Uhr: UV-Kompaktlampe aus (Sommer)
20:00 Uhr: T5 aus
21:00 Uhr: Spot aus
21:30 Uhr: Beregnung 2 min
 
Ernährung:
 
Malachit Stachelleguane ernähren sich ausschließlich von Insekten. Man sollte stets darauf achten, alle im Handel verfügbaren Futterinsekten im Wechsel anzubieten. Dazu zählen u.a. Heuschrecken, Heimchen, Steppengrillen, Mittelmeergrillen, Kurzflügelgrillen, Wachsmaden, Mehlwürmer, Zophobas und Schaben. Bewährt haben sich auch Fliegen, die man aus Anglermaden "züchten" kann. Meine Tiere fressen allerdings keine Grillen und Heimchen. Den Grund hierfür kann ich mir nicht erklären.
 
Von einer Verfütterung von Heimchen und Kurzflügelgrillen kann ich allerdings nur abraten, da diese sich bei Entweichen in der Wohnung vermehren können.
 
Zophobas werden bei meinen Tieren nur bedingt vertragen. Mein Weibchen würgt sie unverdaut wieder aus, mein Männchen verträgt sie nur, wenn er nur einen Wurm frisst.
 
Zudem sollten die angebotenen Futtertiere nicht zu groß sein, da sie sonst nur ungern gefressen und u.U. auch nicht vertragen werden.
 
Es ist wichtig, dass alle Futterinsekten vor dem Verfüttern mit einem Vitamin-Kalziumgemisch bestäubt werden. Hierzu verwende ich eine 1:1-Mischung aus Korvimin ZVT+Reptil und Kalziumzitrat bzw. Herpetal Complete T und Herpetal Mineral.
 
Wichtig ist auch, dass man die Tiere nicht zu viel und v.a. zu fett füttert, da sie ansonsten verfetten und die Lebenserwartung rapide sinkt. Bei zwei meiner Tiere konnte nach der Obduktion eine Fettleber festgestellt werden, obwohl sie "nur" alle zwei Tage mit nicht mehr als zwei kleinen bis mittleren Futtertieren gefüttert wurden. Wurmartiges Futter sollte aufgrund des sehr hohen Fettanteils daher nur sehr selten gefüttert werden.
Mittlerweile werden die Tiere nur noch zweimal pro Woche mit einem bis zwei Futtertieren gefüttert und es bekommt ihnen durchaus gut.
Lediglich trächtig Weibchen sowie Jungtiere (s.u.) werden häufiger gefüttert.
 
Das Trinkwasser wird in einer kleinen Schale ständig angeboten und ebenfalls stets mit einem Vitaminpräparat angereichert. Diese Schale wird von unserem Männchen regelmäßig zum Trinken aufgesucht. Das Weibchen konnte ich hier aber noch nie beobachten. Sie wird vermutlich das Regenwasser von den Einrichtungsgegenständen ablecken.
 
Nachzucht:
 
Da Malachitstachelleguane lebendgebährend sind, wird sich zwangsläufig Nachwuchs einstellen, wenn man die Tiere paarweise oder ein Männchen mit mehereren Weibchen hält.
 
Nachdem wir bei unseren Tieren die ersten Paarungen beobachten konnten, nahm das Weibchen innerhalb des ersten Monats enorm an Umfang zu. Ab nun muss unbedingt auf eine gute Ernährung mit hochwertiger Vitmaninzufuhr geachtet werden. Das Weibchen kann nun mehr Futterinsekten bekommen, damit sie genügend Nährstoffe für die Jungtiere zur Verfügung hat.
 
Ab der Paarung bis zur Geburt der Jungtiere vergehen etwa drei bis sechs Monate.
 
Nach der Geburt befreien sich die Jungtiere sofort aus der sie noch umgebenden Eihaut und sind sofort selbstständig unterwegs. Sie beginnen meist bereits am ersten Tag selbstständig zu fressen. Es kann aber auch etwa zwei Tage dauern. Zu fressen bekommen die Jungtiere Kleinstfutter wie Dorsophilas, Ofenfischchen, Mikrogrillen, kleine Schaben, Bohnenkäfer, u.ä.. Auch dieses Futter muss mit den oben genannten Vitaminen bestäubt werden, damit es zu keiner Mangelversorgung und deren Folgen wie z.B. Rachitis kommt.
 
Die Jungtiere sollten in einem eigenen Terrarium getrennt von den erwachsenen Tieren aufgezogen werden, da sie ansonsten gefressen werden könnten. Bei uns bewohnen sie Terrarien mit den Maßen 43x33x60, 30x30x45 und 40x40x120 cm. Die klimatischen Gegebenheiten entsprechen denen im Terrarium der Elterntiere.
 
Auch die Jungtiere bilden bereits recht früh eine Rangordnung untereinander aus. Sobald man bemerkt, dass eines der Tiere unterdrückt wird, muss es sofort von den anderen Tieren separiert werden. Eine Unterdrückung erkennt man daran, dass das betroffene Tier nichts mehr frisst, nicht mehr an den Sonnenplatz darf, die Augen geschlossen hält, etc. Sollte eines oder mehrere dieser Symptome beobachtet werden, muss gehandelt werden. Ist das Tier in einem eigenen Terrarium untergebracht, beginnt es in der Regel innerhalb kürzester Zeit wieder selbstständig zu fressen und wächst ohne Probleme weiter auf.
 
Nach der Geburt haben alle Jungtiere eine bräunliche Färbung mit schwarzen Punkten, die der der adulten Weibchen entspricht. Ab einem Alter von ca. sechs Monaten beginnen sich die männlichen Jungtiere umzufärben und ihre namensgebende Färbung zu bekommen. Man kann die Geschlechter aber auch bereits früher an zwei vergrößerten Postanalschuppen unterscheiden, die nur die Männchen aufweisen.
 
Die Geschlechtsreife erlangen die Jungtiere mit einem Alter von neun bis zwölf Monaten. Wenn man nicht auf auf eine geschlechtergetrennte Unterbringung der Jungtiere achtet, kommt es daher auch ab diesem Alter zu Paarungen der Geschwister untereinander und entsprechender Trächtigkeit der (noch nicht ausgewachsenen) Weibchen.
Frühe Trächtigkeit führt dazu, dass die betroffenen Weibchen im Wachstum zurückbleiben. Daher ist es nicht empfehlenswert die Tiere bereits so früh zu verpaaren.